Kreatin für Frauen: Was die neue Studienlage zu Muskeln, Gehirn und Perimenopause zeigt

Das Wichtigste in Kürze

  • Kreatin ist gut erforscht, aber vor allem an Männern. Die meisten Studien liefen bisher mit Männern, bei Frauen ist die Datenlage dünner (Kreider et al., 2017; Smith-Ryan et al., 2021).
  • Frauen haben niedrigere Speicher. Die körpereigenen Kreatinspeicher sind bei Frauen nach einer Übersichtsarbeit um 70–80 % niedriger als bei Männern, und Frauen nehmen auch weniger über die Nahrung auf (Smith-Ryan et al., 2021).
  • Muskeln: Nach den Wechseljahren zeigt Kreatin vor allem zusammen mit Krafttraining Vorteile für Muskelmasse und Kraft. Allein eingenommen sind die Effekte gering. Bei den Knochen ist die Studienlage uneinheitlich (Smith-Ryan et al., 2021).
  • Perimenopause: Hier gibt es bisher kaum direkte Studien. Eine kleine Untersuchung mit 36 Frauen über acht Wochen und einer anderen Kreatinform als Monohydrat deutet auf eine schnellere Reaktionszeit sowie weniger Erschöpfung und Konzentrationsprobleme hin (Korovljev et al., 2025).
  • Gehirn und Stimmung: Erste Studien sprechen für einen Nutzen bei Depression als Ergänzung zur Standardtherapie, doch die Studien sind klein (Fares et al., 2026).
  • Dosierung: 3–5 g Kreatinmonohydrat täglich genügen, ein Aufladen ist nicht zwingend nötig (Kreider et al., 2017).
  • Sicherheit: Bei gesunden Menschen gibt es keine belastbaren Hinweise auf Nierenschäden. Auch der Haarausfall-Mythos ließ sich in einer aktuellen Studie nicht bestätigen (Lak et al., 2025). Beides ist für Frauen noch wenig untersucht.
  • So gehen wir am AHI München vor: Wir ordnen Kreatin im Rahmen der Ernährungsberatung nüchtern ein und klären, ob es für Sie sinnvoll ist.

Einleitung – Warum Frauen jetzt über Kreatin sprechen

Kreatin gehört zu den am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln überhaupt, und das Interesse daran wächst bei Frauen jeder Altersgruppe: bei Sportlerinnen ebenso wie bei Frauen, die in und nach den Wechseljahren Muskelmasse, Kraft und geistige Leistungsfähigkeit erhalten möchten.

Das Problem: Die meisten Studien wurden an Männern durchgeführt. Für Frauen, und gerade für die Perimenopause, ist die Datenlage deutlich dünner, als es die vielen Beiträge im Netz vermuten lassen. Dazu kommt, dass Frauen von Natur aus niedrigere Kreatinspeicher haben und deshalb möglicherweise anders profitieren.

Dieser Beitrag ordnet nüchtern ein, was für Muskeln, Gehirn und die Zeit der Wechseljahre belegt ist, was nicht, wie viel Kreatin sinnvoll ist und welche Sorgen, etwa um Nieren und Haare, nach heutigem Wissen unbegründet sind.

Was Kreatin ist und was es im Körper tut

Kreatin ist eine körpereigene Substanz, die vor allem im Muskel gespeichert wird. Ihr Körper bildet sie selbst, hauptsächlich in Leber und Nieren aus den Aminosäuren Arginin und Glycin. Etwa die Hälfte des täglichen Bedarfs von rund 1 bis 3 g kommt aus der Nahrung (Kreider et al., 2017). Kreatin steckt in Fleisch und Fisch: Ein Pfund rohes Rindfleisch oder roher Lachs liefert etwa 1 bis 2 g. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, hat deshalb im Schnitt niedrigere Speicher (Kreider et al., 2017).

Im Muskel liegt etwa zwei Drittel des Kreatins als Phosphokreatin vor. Dieser Speicher wirkt wie ein schneller Energiepuffer: Bei kurzen, intensiven Belastungen hilft er, den Energieträger ATP in Sekunden nachzuliefern (Kreider et al., 2017). Auch im Gehirn spielt Kreatin eine Rolle für die Energieversorgung der Nervenzellen (Smith-Ryan et al., 2021).

Mit einer normalen Ernährung sind die Muskelspeicher zu etwa 60 bis 80 % gefüllt. Nahrungsergänzung kann sie um 20 bis 40 % erhöhen (Kreider et al., 2017). Genau hier setzen die Studien an, die im Folgenden besprochen werden.

Warum Frauen oft niedrigere Speicher haben

Frauen haben nach einer Übersichtsarbeit 70 bis 80 % niedrigere körpereigene Kreatinspeicher als Männer, und sie nehmen im Schnitt auch weniger Kreatin über die Nahrung auf (Smith-Ryan et al., 2021). Das spricht dafür, dass eine Ergänzung helfen kann, die Speicher aufzufüllen.

Zusätzlich spielen die Hormone eine Rolle. Östrogen und Progesteron beeinflussen die Enzyme, die Kreatin im Körper bilden und verwerten. Im Verlauf des Zyklus, in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren verändert sich deshalb vermutlich auch der Kreatinstoffwechsel (Smith-Ryan et al., 2021). Viele dieser Zusammenhänge stammen aus Tierversuchen, beim Menschen ist das noch wenig erforscht.

Die Sache hat auch eine Gegenseite: Frauen haben im Muskel im Ruhezustand etwas höhere Kreatinkonzentrationen (rund 10 %), was theoretisch dazu führen könnte, dass sie auf eine Ergänzung schwächer ansprechen und höhere Dosen brauchen (Smith-Ryan et al., 2021). Belegt ist das nicht, deshalb ist die Frage nach dem individuellen Nutzen offen.

Bei Frauen vor den Wechseljahren verbessert Kreatin nach der Übersichtsarbeit Kraft, Schnellkraft und sportliche Leistung, ohne dass sich das Körpergewicht deutlich verändert (Smith-Ryan et al., 2021). Für Frauen mit einer Ernährung ohne Fleisch und Fisch ist ein niedriger Ausgangswert besonders wahrscheinlich (Kreider et al., 2017).

Muskeln und Knochen, vor allem nach den Wechseljahren

Mit den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, und damit nehmen Muskelmasse, Knochenmasse und Kraft schneller ab (Smith-Ryan et al., 2021). Kreatin wird deshalb als mögliche Unterstützung diskutiert.

Was die aktuelle Auswertung zeigt. Eine Meta-Analyse von 2026 fasste sieben placebokontrollierte Studien mit 608 Frauen nach den Wechseljahren zusammen (Durchschnittsalter etwa 62 Jahre, Studiendauer 12 bis 104 Wochen). Mit Kreatin hatten die Frauen im Schnitt 0,37 kg mehr fettfreie Masse und konnten bei der Beinpresse etwa 7,5 kg mehr bewegen. Das sind kleine Effekte, und ob sie in jeder Situation auftreten, ist unsicher. Die Knochendichte veränderte sich insgesamt nicht. Ein Nutzen zeigte sich vor allem bei mindestens 5 g täglich in Kombination mit Krafttraining. Mit 3 g oder weniger und ohne Training war keine Wirkung messbar. Unerwünschte Wirkungen waren mild und ähnelten denen unter Placebo, die Nierenwerte blieben unverändert (Naddafha et al., 2026).

Kreatin allein oder mit Krafttraining. Dazu passt, was frühere Studien zeigten: Allein eingenommen ergab eine einwöchige hochdosierte Phase (etwa 20 g täglich) bei Frauen um die 65 etwas mehr fettfreie Masse und bessere Aufsteh- und Gehtests, niedrige Dosen über ein bis zwei Jahre (1 bis 3 g täglich) aber keinen Effekt (Smith-Ryan et al., 2021). Zusammen mit betreutem Krafttraining fanden mehrere Studien mehr Muskelmasse, mehr Kraft oder bessere Alltagsleistungen als mit Training allein, andere keinen zusätzlichen Nutzen. Krafttraining bleibt die Grundlage.

Knochen. Nur eine Studie über zwölf Monate zeigte, dass Kreatin mit Krafttraining den Verlust der Knochendichte an der Hüfte verringerte (Smith-Ryan et al., 2021). Insgesamt bleibt der Effekt auf die Knochen unklar (Naddafha et al., 2026).

Zur Einordnung: Die Übersichtsarbeit von 2021 wurde mit einer Veröffentlichungsgebühr eines Kreatin-Herstellers finanziert, und zwei Autoren beraten das Unternehmen (Smith-Ryan et al., 2021).

Diese Daten betreffen Muskeln und Knochen bei Frauen nach der Menopause. Ob Kreatin in der Perimenopause helfen kann, besonders für das Gehirn und die kognitiven Funktionen, ist eine eigene Frage, und dafür ist die Studienlage noch dünner.

Perimenopause: Was die Studien zu Gehirn und kognitiven Funktionen zeigen

Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der letzten Regelblutung, in der sich die Hormone verändern. Für diese Phase gibt es bislang erst eine einzige kontrollierte Studie zu Kreatin, und sie untersuchte vor allem das Gehirn und die kognitiven Funktionen.

In der Studie CONCRET-MENOPA erhielten 36 gesunde Frauen im Alter von 40 bis 60 Jahren in der Perimenopause oder nach der Menopause acht Wochen lang entweder Kreatin oder ein Placebo. Das Kreatin lag nicht als Monohydrat vor, sondern als Kreatin-Hydrochlorid, in sehr niedrigen Dosen von 750 mg oder 1.500 mg täglich, in einer Gruppe in Kombination mit Kreatin-Ethylester. In allen Kreatin-Gruppen stieg der Kreatingehalt im Gehirn, vor allem im Stirnhirn (Frontalhirn). Mit der mittleren Dosis reagierten die Frauen schneller in Computertests, und sie berichteten weniger Erschöpfung und weniger Konzentrationsschwierigkeiten. Bei Stimmungsschwankungen gab es einen Trend. Hormonspiegel und Entzündungswerte veränderten sich nicht, und die Verträglichkeit war gut (Korovljev et al., 2025).

Die Aussagekraft ist begrenzt. Die Gruppe war klein, die Studie dauerte nur acht Wochen, die Beschwerden wurden selbst berichtet, und Frauen in der Perimenopause und nach der Menopause wurden nicht getrennt ausgewertet. Die Kreatin-Formen und Dosen unterscheiden sich außerdem von dem, was in den meisten anderen Studien und in der Praxis verwendet wird. Der Studienleiter hat Verbindungen zur Nahrungsergänzungsindustrie, und die Produkte wurden kostenlos von einem Unternehmen gestellt (Korovljev et al., 2025).

Das Fazit für die Perimenopause: Es gibt erste, ermutigende Hinweise für Konzentration und Erschöpfung, aber noch keine ausreichende Grundlage für eine Empfehlung. Größere und längere Studien mit Kreatinmonohydrat stehen aus.

Gehirn und Stimmung: Denkleistung und Depression

Über die Perimenopause hinaus stellt sich die Frage, was Kreatin für das Gehirn insgesamt leisten kann. Das Gehirn braucht viel Energie, und Kreatin ist auch dort Teil der Energieversorgung der Nervenzellen. Frauen haben nach der Übersichtsarbeit von 2021 niedrigere Kreatinwerte im Gehirn, besonders im Stirnhirn (Frontalhirn), das für Stimmung, Gedächtnis und Konzentration wichtig ist (Smith-Ryan et al., 2021). Das legt nahe, dass Frauen besonders profitieren könnten. Belegt ist es nicht.

Denkleistung. Die Übersichtsarbeit beschreibt, dass Kreatin bei gesunden Erwachsenen die geistige Leistungsfähigkeit unterstützen kann, vor allem unter Stress, Schlafmangel und bei vegetarischer Ernährung (Smith-Ryan et al., 2021). Das ist eine Zusammenfassung aus verschiedenen Arbeiten, keine eigene Studie an Frauen, und die Autoren haben Verbindungen zu einem Kreatin-Hersteller. Für Frauen speziell gibt es dazu bisher kaum direkte Daten.

Depression. Bei Frauen sind Depressionen etwa doppelt so häufig wie bei Männern, besonders in hormonellen Umbruchphasen wie der Perimenopause (Smith-Ryan et al., 2021). Eine systematische Übersicht von 2026 wertete fünf kontrollierte Studien mit insgesamt 238 Teilnehmenden aus, von denen 26 % Männer waren (Fares et al., 2026). Vier Studien betrafen eine schwere depressive Störung, eine eine bipolare Depression. Die Dosierung lag bei 2 bis 10 g täglich über 4 bis 8 Wochen, meist zusätzlich zu einer Standardbehandlung.

  • Erwachsene Frauen mit Antidepressivum: Mit Kreatin besserten sich die Symptome stärker als mit Placebo, und nach acht Wochen waren 52 % in Remission, mit Placebo 26 %.
  • Zusatz zur Verhaltenstherapie: Die Depressionswerte waren mit Kreatin niedriger.
  • Jugendliche und Menschen, bei denen Antidepressiva nicht angeschlagen hatten: kein Unterschied zu Placebo.
  • Bipolare Depression: kein Unterschied, und zwei Teilnehmende mit Kreatin entwickelten eine Manie oder Hypomanie.

Die Autoren sprechen von einer vielversprechenden Ergänzung zu Antidepressiva oder Psychotherapie bei Erwachsenen mit schwerer Depression, aber die Studien sind klein und unterscheiden sich stark (Fares et al., 2026).

Wichtig: Kreatin ersetzt keine Behandlung. Wer unter anhaltend gedrückter Stimmung leidet, sollte das ärztlich oder psychotherapeutisch abklären lassen, und wer eine bipolare Störung hat, nimmt Kreatin nur nach ärztlicher Rücksprache.

Dosierung und Einnahme

Am besten untersucht und wirksamsten ist Kreatinmonohydrat (Kreider et al., 2017). Für Frauen gilt nach der Übersichtsarbeit dieselbe Dosierungsstrategie wie für Männer (Smith-Ryan et al., 2021). Es gibt zwei Wege:

  • Erhaltungsdosis: 3 bis 5 g täglich. Die Muskelspeicher füllen sich damit innerhalb von etwa drei bis vier Wochen auf (Kreider et al., 2017; Smith-Ryan et al., 2021).
  • Aufladen: etwa 0,3 g pro Kilogramm Körpergewicht täglich für fünf bis sieben Tage, danach 3 bis 5 g. Das füllt die Speicher schneller auf, ist aber nicht zwingend nötig (Kreider et al., 2017).

Nach der Meta-Analyse bei Frauen nach den Wechseljahren zeigte sich ein Nutzen vor allem bei mindestens 5 g täglich zusammen mit Krafttraining (Naddafha et al., 2026). Für das Gehirn werden in der Übersichtsarbeit höhere Dosen von 5 bis 10 g täglich diskutiert, belastbare Studien dazu fehlen aber (Smith-Ryan et al., 2021).

Zur Einnahme: Kreatin kann am einfachsten zu einer gewohnten Mahlzeit oder in einem Proteinshake eingenommen werden. Zusätzliche Kohlenhydrate sind nicht nötig, weil Kreatinmonohydrat sehr gut aufgenommen wird (Smith-Ryan et al., 2021). Gelöst im Getränk wird es laut Übersichtsarbeit schneller aufgenommen als aus Kapseln (Smith-Ryan et al., 2021).

Wie stark Menschen auf Kreatin ansprechen, ist unterschiedlich. Bei Frauen ist das bisher nicht untersucht (Smith-Ryan et al., 2021). Nach dem Absetzen bleiben die Speicher nach einer Aufladephase etwa 30 Tage erhöht.

Sicherheit: Nieren, Haarausfall und Wassereinlagerung

Kreatin gehört zu den am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln. Die Internationale Gesellschaft für Sporternährung wertete über 1.000 Studien aus und fand bei gesunden Menschen keine belastbaren Hinweise auf Schäden, auch nicht bei Dosen von 0,3 bis 0,8 g pro Kilogramm über bis zu fünf Jahre (Kreider et al., 2017). Drei Sorgen tauchen immer wieder auf.

Nieren. Kreatin wird im Körper zu Kreatinin abgebaut, einem Wert, der bei Nierentests gemessen wird. Studien an Gesunden fanden keine Verschlechterung der Nierenfunktion, auch nicht nach Jahren (Kreider et al., 2017). In der Meta-Analyse bei Frauen nach den Wechseljahren blieben die Nierenwerte unverändert (Naddafha et al., 2026). Wer eine Nierenerkrankung hat, sollte vor der Einnahme ärztlich Rücksprache halten (Kreider et al., 2017).

Hinweis aus der Praxis: Weil Kreatin den Kreatininwert im Blut beeinflussen kann, empfehlen wir, die Nierenfunktion unter Kreatin zusätzlich mit dem Wert Cystatin C zu beurteilen. Er hängt nicht von Muskelmasse und Kreatinzufuhr ab und gibt deshalb ein verlässlicheres Bild.

Haarausfall. Der Verdacht geht auf eine kleine Studie mit 20 jungen Rugbyspielern zurück, bei der ein Abbauprodukt des Testosterons (Dihydrotestosteron) anstieg. Haarausfall wurde dort nicht untersucht (van der Merwe et al., 2009). Eine 12-Wochen-Studie mit 5 g täglich fand weder bei Haardichte noch beim Dihydrotestosteron einen Unterschied zu Placebo (Lak et al., 2025). Beide Studien betrafen nur Männer, für Frauen gibt es dazu keine Daten.

Wassereinlagerung und Gewicht. Die einzige durchgehend berichtete Nebenwirkung ist eine Gewichtszunahme (Kreider et al., 2017). Bei Frauen vor den Wechseljahren stiegen Kraft und Leistung ohne deutliche Veränderung des Körpergewichts (Smith-Ryan et al., 2021). Weitere Beschwerden wie Dehydrierung, Krämpfe oder Magen-Darm-Probleme ließen sich in kontrollierten Studien nicht bestätigen (Kreider et al., 2017). In den Depressionsstudien traten gelegentlich leichte Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen auf (Fares et al., 2026).

Schwangerschaft und Stillzeit. Zur Einnahme in der Schwangerschaft gibt es bisher keine Studien an Menschen (Smith-Ryan et al., 2021). Deshalb sollten Schwangere und Stillende Kreatin nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.

Ernährungsberatung am AHI: Kreatin sinnvoll einordnen

Ob Kreatin für Sie infrage kommt, hängt von Ihrer Ausgangslage ab: von Ihrer Ernährung, Ihrem Training, Ihren Beschwerden in der Perimenopause und möglichen Vorerkrankungen. In der Ernährungsberatung am Athletics & Health Institut München klären wir das gemeinsam mit Ihnen.

  • Wir erfassen Ihre Ernährungsgewohnheiten und Ihre Zufuhr an Eiweiß und Kreatin, zum Beispiel aus Fleisch und Fisch. Bei vegetarischer oder veganer Ernährung sind die Speicher oft niedriger.
  • Wir besprechen Ihre Ziele, etwa Muskelerhalt, Leistungsfähigkeit oder Konzentration, und prüfen, ob Kreatin dazu passt.
  • Wir empfehlen Ihnen Dosierung und Einnahme und achten dabei auf Produktqualität.
  • Wir betrachten bei Bedarf Ihre Laborwerte, bei Kreatin zum Beispiel die Nierenfunktion mit Cystatin C.
  • Wir legen großen Wert auf Krafttraining. Die Studienlage zeigt, dass Kreatin vor allem in Kombination mit Krafttraining wirkt (Naddafha et al., 2026). Deshalb stimmen wir die Ernährung auf Ihr Training ab. Wenn Sie Unterstützung beim Einstieg oder bei der Umsetzung wünschen, bieten wir in unserem Studio auch Personal Training an.

Die Beratung ist eine Selbstzahlerleistung und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Bei bekannten Erkrankungen, besonders der Nieren, stimmen wir das Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Zusammenfassung und nächste Schritte

Kreatin ist gut erforscht und bei gesunden Menschen nach heutigem Stand sicher. Für Frauen gibt es allerdings weniger Studien als für Männer. Das gilt besonders für die Perimenopause.

  • Muskeln und Kraft: Der Nutzen zeigt sich nach den Wechseljahren vor allem zusammen mit Krafttraining. Allein eingenommen sind die Effekte gering.
  • Gehirn und Stimmung: Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend, die Studien sind aber noch klein. Bei Depression kommt Kreatin allenfalls als Ergänzung zur Standardtherapie infrage.
  • Dosierung: 3–5 g Kreatinmonohydrat täglich genügen. Ein Aufladen ist nicht zwingend nötig.
  • Sicherheit: Bei gesunden Menschen gibt es keine belastbaren Hinweise auf Nierenschäden oder Haarausfall. Bei Nierenerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit gilt: erst ärztlich abklären.

Ob und wie Kreatin zu Ihnen passt, hängt von Ernährung, Training und Gesundheit ab. In der Ernährungsberatung am AHI München besprechen wir das mit Ihnen persönlich und verbinden es mit einem Krafttraining, das zu Ihnen passt.

Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin zur Ernährungsberatung – telefonisch, per E-Mail oder WhatsApp!

Häufige Fragen (FAQ)

Sollte ich als Frau Kreatin nehmen?

Das hängt von Ihrer Ausgangslage ab. Frauen haben nach einer Übersichtsarbeit niedrigere körpereigene Kreatinspeicher als Männer, daher kann eine Ergänzung sinnvoll sein. Am besten belegt ist der Nutzen für Muskelmasse und Kraft zusammen mit Krafttraining. Für andere Wirkungen, etwa auf das Gehirn, ist die Studienlage bei Frauen noch dünn. Ob Kreatin zu Ihnen passt, klären wir gern in der Ernährungsberatung.

Wie viel Kreatin brauche ich pro Tag?

Meist genügen 3 bis 5 g Kreatinmonohydrat täglich. Die Muskelspeicher füllen sich damit in etwa drei bis vier Wochen. In der Meta-Analyse bei Frauen nach den Wechseljahren zeigte sich ein Nutzen vor allem bei mindestens 5 g täglich zusammen mit Krafttraining.

Muss ich Kreatin aufladen?

Nein, das ist nicht zwingend nötig. Beim Aufladen nehmen Sie fünf bis sieben Tage lang etwa 0,3 g pro Kilogramm Körpergewicht, danach 3 bis 5 g. Die Speicher füllen sich dann schneller. Mit der Erhaltungsdosis erreichen Sie dasselbe Ziel, nur etwas später.

Hilft Kreatin auch ohne Krafttraining?

Allein eingenommen sind die Effekte auf die Muskeln gering. Der Nutzen zeigte sich vor allem zusammen mit Krafttraining. Krafttraining bleibt die Grundlage, Kreatin ist eine mögliche Ergänzung.

Kann Kreatin Beschwerden in der Perimenopause lindern?

Dazu gibt es bisher nur eine kleine Studie mit 36 Frauen über acht Wochen. Sie deutet auf eine schnellere Reaktionszeit sowie weniger Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten hin. Die Studie verwendete andere Kreatin-Formen und niedrigere Dosen als üblich. Eine Empfehlung lässt sich daraus noch nicht ableiten.

Schadet Kreatin den Nieren?

Bei gesunden Menschen gibt es keine belastbaren Hinweise auf Nierenschäden, auch nicht nach Jahren. Kreatin kann aber den Kreatininwert im Blut beeinflussen, der bei Nierentests gemessen wird. Deshalb kann die Nierenfunktion zusätzlich mit dem Wert Cystatin C beurteilt werden. Bei einer bekannten Nierenerkrankung sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Verursacht Kreatin Haarausfall?

Das ist nicht belegt. Der Verdacht geht auf eine kleine Studie mit 20 Rugbyspielern zurück, in der ein Abbauprodukt des Testosterons anstieg, Haarausfall wurde aber nicht untersucht. Eine 12-Wochen-Studie fand keinen Unterschied bei der Haardichte. Beide Studien betrafen nur Männer, für Frauen gibt es keine Daten.

Nehme ich mit Kreatin zu?

Die einzige durchgehend berichtete Nebenwirkung ist eine Gewichtszunahme. Bei Frauen vor den Wechseljahren stiegen Kraft und Leistung in den ausgewerteten Studien ohne deutliche Veränderung des Körpergewichts. Magen-Darm-Beschwerden traten in Studien nur gelegentlich und leicht auf.

Darf ich Kreatin in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?

Dazu gibt es bisher keine Studien an Menschen. Deshalb sollten Schwangere und Stillende Kreatin nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.

Was passiert in der Ernährungsberatung am AHI?

Wir erfassen Ihre Ernährung, besprechen Ihre Ziele und prüfen, ob Kreatin für Sie sinnvoll ist. Bei Bedarf betrachten wir Laborwerte wie Cystatin C und stimmen die Ernährung auf Ihr Krafttraining ab. In unserem Studio bieten wir auch Personal Training an. Wir sind eine Privatpraxis (Selbstzahlerleistung) und ersetzen keine ärztliche Behandlung.

Quellenverzeichnis (Primärliteratur)

Literatur (Kurzangaben)
  1. Fares, B. J., Zhou, C., Fabiano, N., Wong, S., Stubbs, B., Shorr, R., Puder, D., Candow, D. G., Ostojic, S. M., & Solmi, M. (2026) – The effect of creatine monohydrate on mental disorders: A systematic review of randomized controlled trials. The Canadian Journal of Psychiatry, 71(10). DOI: 10.1177/07067437251408171
  2. Korovljev, D., et al. (2025) – The effects of 8-week creatine hydrochloride and creatine ethyl ester supplementation on cognition, clinical outcomes, and brain creatine levels in perimenopausal and menopausal women (CONCRET-MENOPA): A randomized controlled trial. Journal of the American Nutrition Association. DOI: 10.1080/27697061.2025.2551184
  3. Kreider, R. B., Kalman, D. S., Antonio, J., Ziegenfuss, T. N., Wildman, R., Collins, R., Candow, D. G., Kleiner, S. M., Almada, A. L., & Lopez, H. L. (2017) – International Society of Sports Nutrition position stand: Safety and efficacy of creatine supplementation in exercise, sport, and medicine. Journal of the International Society of Sports Nutrition, 14, Article 18. DOI: 10.1186/s12970-017-0173-z
  4. Lak, M., Forbes, S. C., Ashtary-Larky, D., et al. (2025) – Does creatine cause hair loss? A 12-week randomized controlled trial. Journal of the International Society of Sports Nutrition, 22(sup1), Article 2495229. DOI: 10.1080/15502783.2025.2495229
  5. Naddafha, S., Antonio, J., Kreider, R. B., & Stout, J. R. (2026) – Creatine monohydrate for lean mass, strength, and bone density in postmenopausal women: A systematic review and meta-analysis. Journal of the International Society of Sports Nutrition, 23(1), Article 2668435. DOI: 10.1080/15502783.2026.2668435
  6. Smith-Ryan, A. E., Cabre, H. E., Eckerson, J. M., & Candow, D. G. (2021) – Creatine supplementation in women’s health: A lifespan perspective. Nutrients, 13(3), Article 877. DOI: 10.3390/nu13030877
  7. van der Merwe, J., Brooks, N. E., & Myburgh, K. H. (2009) – Three weeks of creatine monohydrate supplementation affects dihydrotestosterone to testosterone ratio in college-aged rugby players. Clinical Journal of Sport Medicine, 19(5), 399–404. DOI: 10.1097/JSM.0b013e3181b8b52f

(Alle DOI-Links zuletzt abgerufen 2025; Auswahl mit Fokus 2020–2025.)

Erleben Sie Betreuung auf Spitzensportler-Niveau.

Weitere Beiträge:

Unsere Experten
Marco Kaufmann

Marco Kaufmann

Sportphysiotherapeut, Athletiktrainer und Heilpraktiker, steht Ihnen zur Verfügung, um Ihre Fragen zu beantworten und Sie auf Ihrem Weg zu einer gesünderen Lebensweise zu unterstützen.

Maximilian Bergner

Maximilian Bergner

ist ein erfahrener Ernährungscoach mit umfassender Expertise im Bereich der Gesundheit. Sie können sich darauf verlassen, dass Sie von seiner Expertise profitieren.

Daniel

Daniel Istzl

Als Sportphysiotherapeut und Heilpraktiker für Physiotherapie steht er Ihnen mit fachkundiger Beratung und evidenzbasierten Behandlungsmethoden zur Seite, um Sie bestmöglich auf Ihrem Weg zu zu begleiten.

Erleben Sie Betreuung auf Spitzensportler-Niveau.

Jetzt anmelden und

Expertentipps & exklusiven Deals erhalten – nur für Abonnenten!