Rotatorenmanschette – Teil 1 – Mythen, Fakten & moderne Schultertherapie

Rotatorenmanschette – Mythen, Dosierung & moderne Schultertherapie

Die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Schonung ist out – Komplettes Ruhigstellen bei Schulterverletzungen verlängert oft die Heilung. Heute gilt: dosierte Bewegung fördert die Genesung. Kontrollierte Belastung stärkt Sehnen und Muskeln, während zu viel Schonung zu Steifigkeit und Schwund führen kann.
  • Kortisonspritze mit Vorsicht – Eine Cortison-Injektion kann Schmerzen kurzzeitig lindern, behebt aber nicht die Ursache. Studien zeigen nur kleinen kurzfristigen Nutzen und mögliche Risiken: Auf Dauer kann Cortison Sehnen schwächen und das Ruptur-Risiko erhöhen (in einer Studie 7-fach).
  • Tendinitis richtig behandeln – Eine Sehnenentzündung in der Schulter (Rotatorenmanschetten-Tendinopathie) ist meist kein reines Entzündungsproblem, sondern Verschleiß. Statt wochenlangem Stillhalten helfen Physiotherapie und aktive Übungen nach aktuellem wissenschaftlichem Stand am besten, um die Sehne umzubauen und zu kräftigen.
  • Mythen entlarven – Wir erklären verbreitete Irrtümer (z. B. „Schmerz = Schaden, daher nicht bewegen”) und präsentieren Fakten: Moderate Bewegung ist sicher und nötig, solange Sie die Schmerzgrenze respektieren. „No pain, no gain” gilt aber ebenso wenig – es geht um das richtige Maß.
  • Moderne Therapien – Für eine gesunde Schulter langfristig sind Kraft, Mobilität und Koordination entscheidend. Neue Methoden wie Blood Flow Restriction Training (BFR) (Training mit Blutfluss-Restriktion), TECAR-Therapie (stimuliert Durchblutung durch Radiofrequenz) oder hyperbare Sauerstofftherapie (100% Sauerstoff unter Druck zur Heilungsförderung) können die Rehabilitation unterstützen – evidenzbasiert und integriert in ein ganzheitliches Training.
  • AHI München – Ihr Schulterexperte – Im Athletics & Health Institut München setzen wir auf umfassende Funktionsdiagnostik (u. a. 3D-Bewegungsanalyse und EMG-Kraftmessung) und personalisierte Therapiepläne. Unsere Physiotherapeut:innen, Sportwissenschaftler und Medizin-Experten begleiten Sie von der Analyse über die Behandlung bis zur Prävention – für schmerzfreie Schultern und volle Beweglichkeit.

Einleitung – Warum dieses Thema jetzt wichtig ist

Schulterbeschwerden sind heimtückisch: Anfangs zwickt es nur leicht, man schont instinktiv den Arm – doch bald wird daraus ein Teufelskreis aus Schwäche, Schmerz und Frust. Vielleicht kennen Sie das: Ein einmaliger Wurf oder ein Überkopfsport, und plötzlich durchfährt ein Schmerz die Schulter. Der Rat von früher: „Schon dich und leg den Arm still – das wird von allein wieder.” Leider erleben viele Patient:innen in München und anderswo, dass genau das Gegenteil eintritt: Nach wochenlanger Ruhigstellung ist der Arm steif, die Muskeln haben abgebaut und die Schmerzen sind immer noch da. Warum ist das so? Weil alte Schulter-Mythen und veraltete Behandlungsansätze oft mehr schaden als nutzen. In diesem Artikel wollen wir Klartext reden.

Stellen Sie sich vor, Ihr Schultergelenk ist wie ein komplexes Uhrwerk: Langes Stilllegen ist, als würde man die Uhr anhalten – Rost und Sand setzen sich fest. Nur in Bewegung bleibt das Räderwerk geschmeidig. Wir vom Athletics & Health Institut (AHI) München sehen täglich Patient:innen, die durch vermeidbare Fehlbehandlungen Zeit und Lebensqualität eingebüßt haben.

Warum gerade jetzt? In den letzten Jahren (2020–2025) hat die Forschung enorme Fortschritte gemacht. Alte Dogmen – z. B. dass bei einer Rotatorenmanschetten-Verletzung absolute Ruhe oberstes Gebot sei – gelten nicht mehr. Neue Studien aus aller Welt (USA, China, Japan, England…) zeigen: Gezielt dosierte Aktivität schlägt Passivität. Und: Manche gängige Therapie, etwa die schnelle Cortisonspritze, wird plötzlich kritisch gesehen.

In München, einer Stadt voller sportlich aktiver und gesundheitsbewusster Menschen, sind Schulterverletzungen keine Seltenheit – vom Freizeit-Tennisspieler bis zur Yogalehrerin. Unser Anliegen ist es, Ihnen und der Fachwelt evidenzbasiert und verständlich zu erklären, wie moderne Schultertherapie funktioniert. Was steht auf dem Spiel? Ihre Mobilität, Ihre Unabhängigkeit im Alltag, vielleicht Ihre sportliche Leidenschaft. Packen wir’s an: Schluss mit Schonung – aktiv werden mit Köpfchen!

Rückblick: Wie war es bisher? – Verbreitete Praxis & Irrtümer

Um die Gegenwart zu verstehen, lohnt ein Blick in die Vergangenheit der Schultertherapie. Jahrzehntelang herrschte eine eher passive Herangehensweise: Bei Schulterproblemen hieß es oft Schonen, Kühlen, Abwarten. Ärzte verordneten Ruhigstellung mittels Schlinge oder sogar Gipsverband, in der Annahme, die entzündeten Sehnen müssten „zur Ruhe kommen”. Tatsächlich waren alte Leitlinien zur Rotatorenmanschette – also jener Muskel-Sehnen-Gruppe, die den Oberarmkopf in der Schulter zentriert – stark von der Idee der Entzündung geprägt („Tendinitis”). Man glaubte, Entlastung und Entzündungshemmer wären der Schlüssel. Verständlich, aber leider ein Trugschluss bei chronischen Schulterleiden.

Ein gängiger Irrtum: „Wenn’s wehtut, darf ich’s nicht bewegen.” Viele Patient:innen hatten (und haben) Angst, durch Bewegung etwas kaputt zu machen. So verständlich das Gefühl ist – gerade bei stechendem Schulterschmerz – so fatal kann völlige Schonung sein. Muskeln bauen in erstaunlich kurzer Zeit ab, Gelenkkapsel und Bänder werden unbeweglicher (Stichwort Schultersteife), und die Durchblutung der Sehnen nimmt ab. Die Folge: Der Schmerz bleibt oder wird schlimmer, weil das gesamte System Schulter an Stabilität verliert.

Auch in der ärztlichen Praxis der Vergangenheit wurden einige Behandlungsroutinen quasi reflexartig eingesetzt, die man heute kritisch sieht. Ein Beispiel: die Kortisonspritze. Kortikosteroide direkt in den subakromialen Raum oder ins Schultergelenk zu spritzen, war lange Goldstandard bei Schulterentzündungen. Kein Wunder – das Mittel wirkt oft verblüffend schnell gegen Schmerzen. Doch viele Patient:innen merkten nach ein paar Wochen: Der Schmerz kam zurück, manchmal schlimmer als zuvor. Die Spritze wurde zur kurzfristigen Krücke ohne langfristige Lösung.

Ähnlich verhielt es sich bei der Empfehlung zur Operation bei Verschleiß: Wer einen Rotatorenmanschetten-Riss oder ein sog. Impingement-Syndrom (Enge unter dem Schulterdach) hatte, bekam nicht selten den Rat zur Arthroskopie oder sogar offenen Operation. Invasive Eingriffe galten als effektive Dauerlösung – heute wissen wir, dass konservative Therapien (ohne OP) in vielen Fällen gleich gute Ergebnisse erzielen, sofern sie konsequent durchgeführt werden. Ein Umdenken setzte um 2010 langsam ein: Erste Studien zeigten, dass Übungstherapie erstaunlich erfolgreiche Resultate bringt, oft ohne die Risiken einer OP. Dennoch halten sich einige Mythen zäh – sei es in Fitnessstudios, in Internetforen oder gar in mancher veralteten Praxis.

Historisches Beispiel: Früher wurde nach einer Rotatorenmanschetten-Operation oft strikte Immobilisation für 6–8 Wochen verordnet. Man fürchtete, die frische Naht könnte reißen. Das Ergebnis: Viele Patient:innen kämpften danach monatelang mit einer eingefrorenen, steifen Schulter. Heutige Rehabilitationsprotokolle erlauben deutlich frühere Bewegung – mit dem Ziel, genau diese Komplikation zu verhindern.

Zusammengefasst herrschte „früher” die Devise: Viel Ruhe, viel Cortison, notfalls schnell schneiden. Die Daten und Erfahrungen der letzten Jahre stellen diese Ansätze jedoch auf den Kopf. Im nächsten Abschnitt betrachten wir, was die aktuelle wissenschaftliche Evidenz (2020–2025) uns lehrt und wie renommierte internationale Institute – von Harvard bis Oxford, von Peking bis Tokyo – heute Schulterpatient:innen behandeln.

Aktueller Stand der Forschung (2020–2025)

In den vergangenen fünf Jahren ist eine Fülle an hochwertigen Studien zur Behandlung von Schulterverletzungen erschienen. Das eindeutige Fazit: Aktive, belastungsspezifische Therapie schlägt passives Abwarten – und so manche medizinische Standardprozedur musste einem Reality-Check standhalten.

Beginnen wir mit der viel diskutierten Cortison-Injektion bei Schulter-Schmerzen. Ein aktuelles systematisches Review mit Meta-Analyse (15 RCTs, 1785 Patienten) verglich Kortisonspritzen + Physiotherapie vs. Physiotherapie allein bei Rotatorenmanschetten-Tendinopathie. Kurzfristig (einige Wochen) zeigte sich ein kleiner bis moderater Vorteil zugunsten der Kombi mit Spritze – Schmerzen und Funktion besserten sich etwas schneller als mit Physiotherapie allein. Allerdings war dieser Effekt begrenzt: Mittel- und langfristig (nach einigen Monaten) schnitt die Cortisonspritze nicht besser ab als Übungstherapie allein. Die Autoren betonen, dass die Evidenzqualität moderat bis sehr niedrig war und dass angesichts möglicher Nebenwirkungen Injektionen wohl nur einen vorübergehenden Placebo-Effekt liefern. Mit anderen Worten: Eine Spritze kann maximal Zeit erkaufen, ersetzen kann sie die aktive Rehabilitation nicht.

Noch deutlicher wird dies durch einen Blick auf mögliche Risiken. Eine große Kohortenstudie aus Taiwan (Kaohsiung Veterans Hospital, 2022) untersuchte über 1000 Patient:innen und fand heraus, dass Patienten mit Cortison-Injektion ein 7,4-fach höheres Risiko für nachfolgende Rotatorenmanschetten-Risse hatten als jene ohne Injektion (Hazard Ratio 7,44; p < 0,001). Auch Rauchen erhöhte das Risiko (HR ~2,4) – doch die Steroidgabe stach als größter Risikofaktor hervor. Diese Erkenntnis deckt sich mit Laborfunden: Kortikosteroide können Sehnenzellen schädigen, Kollagenabbau fördern und die mechanische Festigkeit des Gewebes mindern. Führende orthopädische Zentren (z. B. Mayo Clinic USA) raten daher, Cortisonspritzen auf maximal 2–3 pro Jahr zu begrenzen, da wiederholte Injektionen Gelenk und Sehnenstrukturen nachhaltig schwächen können.

Wie schneidet nun die Physiotherapie bzw. Bewegungstherapie im Vergleich ab? Eine der größten randomisierten Studien hierzu ist die britische GRASP-Studie (Oxford University, publ. Lancet 2021) mit 708 Patienten. Sie verglich über 12 Monate vier Ansätze bei subakromialen Schulterbeschwerden: (1) Progressives Übungsprogramm über 12 Wochen, (2) nur eine einzelne Beratungsstunde (Best Practice Heimübungen), (3) Kortisonspritze + Übungsprogramm, (4) Kortisonspritze + Einzelberatung. Die Ergebnisse waren aufschlussreich: Nach 1 Jahr zeigten alle Gruppen ähnliche Verbesserungen. Ein ausführliches Physiotherapie-Übungsprogramm erzielte keinen statistisch signifikanten Zusatznutzen gegenüber einer einzigen intensiven Beratungs-/Trainingsanweisung, gemessen am Schulter-Schmerz-und-Behinderung-Index (SPADI) (Differenz nach 12 Monaten nur –0,66 Punkte; 99% KI –4,5 bis +3,2). Anders gesagt: Bereits eine gut angeleitete einzelne Physio-Sitzung mit Heimprogramm war langfristig nahezu genauso effektiv wie 6–8 begleitete Physio-Termine – eine durchaus überraschende Feststellung.

Und die Spritze? Diese brachte im GRASP-Trial einen kleinen Kurzzeit-Vorteil: 8 Wochen nach Injektion lag der SPADI-Score im Schnitt ~5,6 Punkte niedriger als ohne Spritze (99% KI –9,9 bis –1,3), was auf geringfügig weniger Schmerz hindeutet. Doch ab 6 Monaten war kein Unterschied mehr auszumachen. Auch hier bestätigt sich: Kortison = temporärer Effekt, Training = nachhaltiger Effekt. Interessant war zudem die Kosten-Nutzen-Analyse: Eine Spritze plus einmalige Beratung erwies sich als kosteneffektiv (geringfügig bessere Lebensqualitätsmaße zu minimal höheren Kosten) – doch der Vorteil war statistisch unsicher. Für das britische Gesundheitssystem bedeutete dies, dass man Spritzen nicht generell verbieten muss, aber ihr Nutzen relativiert wurde.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für den Alltag? Vor allem, dass aktive Rehabilitation auf Augenhöhe mit invasiven Maßnahmen steht. Sogar größere Rotatorenmanschetten-Risse müssen nicht zwingend sofort operiert werden: In einer Harvard-getragenen Übersichtsarbeit (Karjalainen et al., Cochrane Review 2019) wurde kein klarer Vorteil einer Rotatorenmanschetten-OP gegenüber nichtoperativer Behandlung gefunden, sofern es sich nicht um akute Totalrupturen mit funktionellem Ausfall handelt. Allerdings bleibt die Evidenz hier begrenzt – manche Situationen (junge Patienten mit traumatischer Abtrennung der Sehne) profitieren von frühzeitiger Operation. Generell aber hat sich der Tenor geändert: „Reha vor OP” ist oft sinnvoll. Viele Patient:innen können durch Physiotherapie, Kraftaufbau und ggf. minimal-invasive Therapien um eine Operation herumkommen oder diese zumindest hinauszögern.

Ein weiterer Meilenstein der jüngeren Forschung betrifft die Frühmobilisation nach Schulterverletzung oder -chirurgie. Eine systematische Übersichtsarbeit aus China (Hao et al. 2025) analysierte 11 RCTs zum Thema frühe Bewegung vs. Immobilisation nach arthroskopischer Rotatorenmanschettennaht. Das Ergebnis: Patienten, die sofort am 1. Tag postoperativ mit vorsichtigen Übungen begannen, hatten schon nach 6 Wochen und 3 Monaten eine deutlich größere Bewegungsfreiheit im Schultergelenk (z. B. um ~10–12° mehr Elevation nach 3 Monaten) im Vergleich zur traditionellen Ruhigstellung. Wichtig – die frühen Bewegungsübungen waren natürlich dosiert und schmerzadaptiert, oft passiv-assistiv. Aber sie halfen, Verklebungen und Steifheit vorzubeugen. Außerdem sank durch Frühmobilisation das Risiko einer Frozen Shoulder (postoperative Schultersteife) signifikant – das Steifigkeits-Risiko war nur etwa ein Drittel so hoch wie in der Schonungsgruppe (RR = 0,34; 95% KI 0,19–0,60). Und das ohne die Heilung zu gefährden: Weder die Reißraten der genähten Sehnen noch die Schmerzscores unterschieden sich wesentlich. Die Autoren folgern, dass frühe funktionelle Übungen zwar keine wunderschnelle Schmerzreduktion bringen, aber langfristig die Funktion fördern – eine sichere Maßnahme also, die immer mehr Kliniken weltweit übernehmen.

Die Forschung liefert auch spannende Einblicke in neue Therapie-Technologien: Beispielsweise das Blood Flow Restriction Training (BFR), ursprünglich in Japan (Kaatsu-Methode) entwickelt. Hierbei werden Muskeln mit relativ niedrigen Lasten trainiert, während der Blutfluss in der Extremität teilweise gedrosselt wird (durch eine Druckbandage). Das klingt ungewöhnlich, erzielt aber an den Beinen bereits gute Ergebnisse im Reha-Bereich. Für die Schulter wurde BFR ebenfalls getestet: Ein US-Team untersuchte in einem RCT 2020, ob BFR bei Rotatorenmanschetten-Training zusätzliche Vorteile bringt. Ergebnis: Bei jungen gesunden Probanden erzielte 8 Wochen Rotatoren-Training mit BFR keine signifikant größeren Kraftzuwächse als das identische Training ohne BFR – beide Gruppen wurden stärker und sogar die supraspinatus-Sehne verdickte sich leicht durch das Training (ein Zeichen von Anpassung). Aber: Eine neuere Studie an College-Baseballspielern (Lambert et al. 2023, USA) zeichnete ein anderes Bild. Hier steigerte 8-wöchiges Wurfarm-Training mit BFR die Muskelmasse im Schulterbereich deutlich stärker als Training ohne BFR (+227 g vs. +75 g mageres Muskelgewebe; p = 0,018) und erhöhte vor allem die Kraftausdauer signifikant. Die BFR-Gruppe konnte z. B. in Innenrotations-Tests ihre isometrische Kraft verbessern, während die Kontrollgruppe eher stagnierte oder leichte Einbußen hatte. Schlussfolgerung der Autoren: BFR-Krafttraining kann bei trainierten Sportlern zusätzliche Hypertrophie und Ausdauergewinne bringen, ohne die Gelenkmechanik zu belasten. Für die Rehabilitation bedeutet das: Wenn hohe Gewichte (noch) nicht toleriert werden, könnte BFR ein Werkzeug sein, um mit niedriger Last trotzdem Reize zu setzen – allerdings sollte es erfahrenen Therapeut:innen vorbehalten sein, da die Dosierung (Druck, Dauer) kritisch ist.

Auch im Bereich der physikalischen Therapien hat sich einiges getan. TECAR-Therapie (Transferierung von elektrischer Kapazitäts- und Resistivenergie) – eine Form der tiefenwärme-erzeugenden Radiofrequenz – wird in Europa immer populärer. Erste randomisierte Studien (Spanien 2023) prüften TE CAR + Übungstherapie vs. Schein-TECAR + Übungstherapie bei Schulterschmerzpatienten. Kurz gesagt fanden sich keine großen Unterschiede in Schmerz und Hauptscore (SPADI) zwischen den Gruppen – alle wurden besser, egal ob mit oder ohne TECAR. Allerdings gab es kleine Vorteile der echten TECAR-Gruppe in einem Funktionsfragebogen (QuickDASH, ~14 Punkte mehr Verbesserung nach 1 Monat gegenüber Placebo) und etwas mehr Menschen berichteten über verbesserte Beweglichkeit im Alltag. Ältere Untersuchungen wie Paolucci et al. 2019 deuteten an, dass TECAR die Schmerzen signifikant reduzieren kann (VAS von ~7 auf ~2,7 in 2 Monaten) im Vergleich zu keiner Besserung in einer Schein-Gruppe. Die Evidenz ist also noch gemischt und teils von geringer Qualität – aber das Potenzial, Schmerzen zu lindern und Heilung zu fördern, ist vorhanden. TECAR erhöht lokal die Durchblutung und Gewebetemperatur, was Regeneration fördern könnte. Wichtig ist: Wir sehen TE CAR als Ergänzung zur aktiven Therapie, nicht als Ersatz.

Ähnliches gilt für hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT). Hierzu gibt es bislang vor allem präklinische und Einzelfall-Daten. Eine experimentelle Studie aus China 2024 (Tierversuch am Kaninchen) zeigte, dass 5 Tage HBOT (100% O₂ bei 2,0 ATA, je 2 Stunden) nach Rotatorenmanschettenriss-OP die Heilung an der Sehne-Knochen-Verbindung verbesserte. Im Vergleich zu normaler Luft hatte die HBOT-Gruppe eine deutlich stärkere Gefäßneubildung, dichteres Kollagen und höhere Zugfestigkeit am Heilungsgewebe – ohne die mechanische Stabilität nachteilig zu beeinflussen. Übertragen auf den Menschen heißt das vorsichtig: In schweren Fällen oder nach OP könnte HBOT die Biologie der Heilung positiv beeinflussen. Klinische RCTs am Menschen stehen aber noch aus. Somit ist HBOT ein vielversprechender Baustein, jedoch (noch) keine Standardtherapie in Leitlinien.

Zusammengefasst zeichnet die aktuelle Forschung ein klares Bild: „Use it, don’t lose it” – aber mit Plan. Aktive Rehabilitation ist das A und O, dabei dürfen unterstützende Maßnahmen gezielt eingesetzt werden. Mythen wie „Entzündung muss absolut ruhen” sind widerlegt; vielmehr spricht man heute von Tendinopathie statt -itis, um den degenerativen Charakter zu betonen. Die Rotatorenmanschette kann sich an Belastung anpassen – ähnlich wie ein Muskel, der durch Training stärker wird, kann auch eine Sehne durch dosiertes Training belastbarer werden.

Im nächsten Abschnitt stellen wir genau solche verbreiteten Mythen den aktuellen Fakten gegenüber. Was wurde „immer schon so gemacht” – und was sagen die neuesten Daten wirklich dazu?

Was wir kritisch sehen – und warum (Mythos vs. Fakt)

In der Behandlung von Schulterverletzungen kursieren einige Mythen und tradierte Annahmen, die wir aus unserer Erfahrung bei AHI München und basierend auf Daten der letzten Jahre kritisch hinterfragen. Hier eine kompakte Übersicht wichtiger Irrtümer und der jeweiligen Realität:

  • Mythos: „Bei Schulterschmerz soll man den Arm komplett ruhigstellen, bis es weg ist.”
    Fakt: Vollständige Schonung ist kontraproduktiv. Studien belegen, dass Bewegung – im schmerzarmen Bereich – die Heilung fördert. Muskeln und Sehnen brauchen adäquate Reize, sonst bauen sie ab. Schon nach wenigen Tagen Immobilisation beginnt die Muskulatur zu schwinden, nach einigen Wochen droht Kapselschrumpfung (Frozen Shoulder). Die moderne Empfehlung lautet relative Ruhe statt absolute Ruhe: Also belastende Bewegungen meiden, aber leichte Bewegung und Alltagsaktivitäten erhalten. Vergleichbar mit einem Motor, der regelmäßig laufen muss, um nicht zu rosten – Probefahrt statt Stillstand.
  • Mythos: „Eine Cortisonspritze löst das Problem.”
    Fakt: Cortison lindert Schmerzen und Entzündungszeichen oft nur vorübergehend, an der Ursache (meist degenerative Sehnenschäden) ändert es nichts. Nach ein paar Wochen kehren die Beschwerden häufig zurück. Zudem kann wiederholtes Cortison die Gewebequalität verschlechtern und z. B. das Risiko von Sehnenrissen erhöhen. Deshalb: Eine Spritze allenfalls als kurzfristige Hilfe nutzen, um z. B. das Training aufnehmen zu können – aber parallel muss an der Schulter aktiv gearbeitet werden.
  • Mythos: „Eine Sehnenentzündung muss vollständig ausheilen, bevor Sie wieder trainieren dürfen.”
    Fakt: Der Begriff Sehnen-„entzündung” (Tendinitis) ist irreführend – chronische Rotatorenmanschetten-Probleme sind meist Abnutzungserscheinungen (Tendinopathie) mit kleiner Entzündungskomponente. Warten, bis „alles vorbei ist”, funktioniert selten, weil ohne Belastung keine Anpassung stattfindet. Im Gegenteil: Therapeutische Belastung (in richtiger Dosierung) ist die Behandlung! Stellen Sie es sich wie Physiotherapie bei Rückenschmerz vor – man bleibt aktiv innerhalb gewisser Grenzen. Natürlich soll man nicht mit stechendem Schmerz schwere Gewichte stemmen, aber Bewegungsübungen und leichte Kräftigung bereits während der Heilungsphase verbessern die Outcome. Das Gewebe heilt unter Belastung stärker und belastbarer aus, wie z. B. die Frühmobilisations-Studien nahelegen.
  • Mythos: „Knacken und Knirschen in der Schulter bedeutet, dass etwas kaputt ist.”
    Fakt: Gelenkgeräusche (Knistern, Knacken) ohne Schmerzen sind meist harmlos – oft sind es Gasbläschen in der Gelenkflüssigkeit (wie beim Fingerknacken) oder Sehnen, die über Knochen gleiten. Wenn das Knacken allerdings von Schmerzen oder Blockaden begleitet wird, sollte man es untersuchen lassen. Doch ein bloßes Geräusch ist kein Grund zur Panik. Die Schulter ist ein komplexes Gelenk, in dem Reibegeräusche auftreten können, selbst wenn strukturell alles in Ordnung ist.
  • Mythos: „Nach einer Rotatorenmanschetten-OP darf man den Arm wochenlang nicht bewegen, sonst reißt die Naht.”
    Fakt: Moderne chirurgische Techniken und Studien legen nahe, dass frühfunktionelle Übung sicher und sinnvoll ist. Natürlich bleibt der Arm initial in einer Schiene für bestimmte Bewegungen, aber pendelnde Bewegungen oder assistive Mobilisation sind oft schon in der ersten Woche erlaubt. Das reduziert die Gefahr der Einsteifung erheblich, ohne die Re-Riss-Rate signifikant zu erhöhen. Die Operationsnähte sind unter kontrollierter Bewegung ausreichend belastbar – wichtig ist nur, ruckartige oder hohe aktive Krafteinsätze zu vermeiden, bis die Heilung fortgeschritten ist (meist ~6 Wochen für vorsichtige Kräftigung). Hier gilt: Belastung vs. Belastbarkeit in Balance halten – ein zentrales Prinzip, auf das wir gleich noch eingehen.
  • Mythos: „Ohne MRT kann man nicht wissen, was mit der Schulter los ist.”
    Fakt: Die Diagnose von Rotatorenmanschetten-Problemen ist in erster Linie klinisch. Ein erfahrener Physiotherapeut oder Arzt kann durch gezielte Funktionstests, Tastbefund und Anamnese meist schon sehr gut eingrenzen, ob z. B. eine Sehnenverletzung, Impingement oder Instabilität vorliegt. Bildgebung (MRT/Ultraschall) ist vor allem dann sinnvoll, wenn:

    • der Verdacht auf eine größere Ruptur besteht (z. B. bei akutem Trauma und Kraftverlust),
    • die Symptome atypisch sind oder
    • ein längerfristiger konservativer Therapieversuch erfolglos war. Studien zeigen, dass viele Menschen über 50 Risse in der Rotatorenmanschette im MRT haben, ohne Schmerzen zu spüren. Das heißt, ein Bildbefund allein entscheidet nicht über Therapie – wichtiger ist, wie es Ihnen klinisch geht. Deshalb: Keine Scheu vor einer fundierten klinischen Untersuchung; das MRT kann gezielt eingesetzt werden, ist aber nicht immer erste Pflicht.

Wir bei AHI hinterfragen also so manche Standardantwort. Unser Motto: „Daten statt Dogmen.” Dabei sind wir respektvoll skeptisch – wir wissen, dass es in der Medizin kaum absolute Wahrheiten gibt. Doch wenn hochwertige Studien einen klaren Trend zeigen, sollten wir bereit sein, unsere Gewohnheiten anzupassen. Das bedeutet z. B.: Einen Patienten mit Schulterschmerz nicht pauschal wochenlang zu schonen, sondern ihn zur aktiven Mitarbeit zu motivieren. Es bedeutet auch, erfolgversprechende Innovationen offen zu prüfen, aber nichts als Wundermittel zu verkaufen.

Im nächsten Teil beschreiben wir, wie wir im Athletics & Health Institut München konkret vorgehen: Von der exakten Diagnostik über individualisierte Therapiepläne bis zur Prävention künftiger Probleme.

FAQs: Häufige Fragen zu Mythen, Forschung & Rotatorenmanschette

Was ist die Rotatorenmanschette überhaupt, und wofür brauche ich sie?

Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier Muskeln und ihren Sehnen (Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor und Subscapularis), die den Oberarmkopf wie eine Manschette umschließen und in der Schulterpfanne zentrieren. Sie ermöglicht nicht nur Rotationsbewegungen des Arms, sondern sorgt vor allem für die Stabilität des Schultergelenks bei praktisch jeder Armbewegung – vom Zähneputzen bis zum Überkopfwurf. Weil das Schultergelenk selbst nur eine sehr flache Pfanne hat, ist es auf diese muskuläre Führung besonders angewiesen. Werden einzelne dieser Sehnen durch Überlastung, Verschleiß oder ein akutes Ereignis geschädigt, verliert die Schulter an Zentrierung, was typischerweise zu Schmerzen beim Anheben des Arms, nächtlichen Beschwerden und Kraftverlust führt. Genau deshalb ist die Rotatorenmanschette auch der häufigste Ausgangspunkt für Schulterprobleme, mit denen wir bei uns im Institut zu tun haben.

Tendinitis oder Tendinopathie – was ist eigentlich der Unterschied, und warum ist das wichtig?

Der Begriff „Tendinitis“ suggeriert eine akute Entzündung der Sehne, ähnlich wie bei einer klassischen Infektion. Chronische Rotatorenmanschettenbeschwerden sind aber in den meisten Fällen keine reine Entzündungssache, sondern degenerative Veränderungen im Sehnengewebe – daher spricht man heute korrekter von „Tendinopathie“. Dieser Unterschied ist mehr als Wortklauberei: Wenn man eine Entzündung vermutet, liegt die naheliegende Reaktion nahe, die Sehne ruhigzustellen und abschwellen zu lassen. Bei einer Tendinopathie ist genau das Gegenteil sinnvoll – das Gewebe braucht kontrollierte, dosierte Belastung, um sich umzubauen und wieder belastbar zu werden, ähnlich wie ein Muskel durch Training stärker wird. Diese Erkenntnis ist einer der zentralen Gründe, warum sich die Behandlung von Schulterschmerzen in den letzten Jahren so stark gewandelt hat: weg von reiner Schonung, hin zu gezielter therapeutischer Belastungssteuerung.

Warum galt früher komplette Ruhigstellung als beste Behandlung – und warum ist das heute überholt?

Jahrzehntelang war die Logik einfach: Eine gereizte oder „entzündete“ Sehne soll zur Ruhe kommen, also wird der Arm geschont oder sogar geschient. Das Problem dabei: Muskeln bauen schon nach wenigen Tagen Inaktivität spürbar ab, die Gelenkkapsel wird unbeweglicher, und die Durchblutung der Sehnen nimmt ab. Das Ergebnis ist häufig eine Schulter, die nach der Schonphase steifer, schwächer und oft genauso schmerzhaft ist wie vorher – im schlimmsten Fall entwickelt sich sogar eine Frozen Shoulder. Studien der letzten Jahre, etwa zur frühen Mobilisation nach Rotatorenmanschettennaht, zeigen stattdessen: Wer schon früh mit vorsichtiger, dosierter Bewegung beginnt, gewinnt spürbar mehr Beweglichkeit zurück und hat sogar ein deutlich geringeres Risiko für eine postoperative Schultersteife – ohne dass dabei mehr Sehnen reißen oder mehr Schmerzen auftreten. Die moderne Devise lautet daher: relative Ruhe statt absolute Ruhe.

Wie riskant sind Cortisonspritzen laut aktueller Forschung wirklich?

Cortison kann kurzfristig sehr wirksam gegen Schmerzen sein, das zeigen auch aktuelle Studien. Das Problem liegt im mittel- und langfristigen Bild: In der großen britischen GRASP-Studie brachte eine Spritze nach acht Wochen zwar einen kleinen Vorteil gegenüber keiner Spritze, dieser Unterschied war aber nach sechs Monaten bereits verschwunden. Noch bedeutsamer ist ein Risikoaspekt: Eine große Kohortenstudie aus Taiwan fand bei Patient:innen mit Cortison-Injektion ein etwa 7-fach höheres Risiko für nachfolgende Rotatorenmanschettenrisse im Vergleich zu Patient:innen ohne Injektion. Das deckt sich mit Grundlagenstudien, wonach Kortikosteroide Sehnenzellen schädigen und den Kollagenabbau fördern können. Die Konsequenz vieler orthopädischer Zentren: Cortison allenfalls sparsam einsetzen, etwa als kurzfristige Starthilfe, um überhaupt mit aktiver Therapie beginnen zu können – nicht als eigenständige Dauerlösung.

Muss ich für eine Diagnose immer ein MRT machen lassen?

Nein, in den meisten Fällen nicht. Die Diagnose von Rotatorenmanschettenproblemen ist in erster Linie eine klinische Angelegenheit: Durch gezielte Funktionstests, Tastbefund und eine gründliche Anamnese lässt sich meist schon gut eingrenzen, ob eine Sehnenverletzung, ein Impingement oder eine Instabilität vorliegt. Bildgebung wird vor allem dann sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine größere Ruptur mit akutem Kraftverlust besteht, die Symptome untypisch verlaufen oder ein längerer konservativer Therapieversuch erfolglos war. Ein wichtiger Grund für diese Zurückhaltung: Studien zeigen, dass viele Menschen über 50 Jahre Risse in der Rotatorenmanschette im MRT haben, ohne jemals Schmerzen zu spüren. Ein Bildbefund allein sagt also wenig darüber aus, wie es Ihnen tatsächlich geht oder wie Ihre Therapie aussehen sollte – entscheidend ist die klinische Funktion, nicht nur das Bild.

Ist Knacken oder Reiben in der Schulter schlimm?

In den allermeisten Fällen nicht. Gelenkgeräusche wie Knistern oder Knacken ohne begleitende Schmerzen sind meist harmlos – oft handelt es sich um kleine Gasbläschen in der Gelenkflüssigkeit, ähnlich wie beim bekannten Fingerknacken, oder um Sehnen, die über knöcherne Strukturen gleiten. Die Schulter ist ein sehr komplexes und bewegliches Gelenk, in dem solche Reibegeräusche selbst dann auftreten können, wenn strukturell alles in Ordnung ist. Aufmerksam werden sollten Sie erst, wenn das Knacken von Schmerzen, spürbaren Blockaden oder einem Instabilitätsgefühl begleitet wird – dann lohnt sich eine genauere Untersuchung. Ein bloßes Geräusch allein ist jedoch kein Grund zur Sorge und schon gar kein Hinweis darauf, dass etwas „kaputt“ ist.

Was zeigt die Forschung im Vergleich zwischen Physiotherapie und Operation?

Ein wichtiger Cochrane-Review kam zu dem Ergebnis, dass sich bei den meisten nicht-traumatischen Rotatorenmanschettenproblemen kein klarer Vorteil einer Operation gegenüber konsequenter, nicht-operativer Behandlung zeigt. Auch die GRASP-Studie mit über 700 Patient:innen fand nach zwölf Monaten ähnliche Verbesserungen unabhängig davon, ob ein intensives Übungsprogramm, eine einzelne intensive Beratungsstunde oder zusätzlich eine Cortisonspritze eingesetzt wurde – eine gut angeleitete Einzelsitzung mit Heimprogramm war langfristig fast genauso wirksam wie mehrere begleitete Physiotherapie-Termine. Das bedeutet nicht, dass eine OP grundsätzlich überflüssig ist: Bei akuten Komplettrissen mit deutlichem Funktionsausfall, besonders bei jüngeren, sportlich aktiven Menschen, kann eine frühzeitige Operation sinnvoll sein. Der grundsätzliche Tenor der aktuellen Evidenz lautet aber: „Reha vor OP“ ist für die meisten Betroffenen der bessere erste Weg.

Was sind BFR, TECAR und HBOT, und wie gut sind diese modernen Therapien wissenschaftlich belegt?

Alle drei sind ergänzende, keine ersetzenden Verfahren zur aktiven Rehabilitation. Blood Flow Restriction Training (BFR) drosselt mit einer Manschette leicht den Blutabfluss, sodass schon geringe Gewichte einen hohen Trainingsreiz setzen – eine Studie an College-Baseballspielern zeigte damit deutlich stärkere Muskelmassezunahmen als ohne BFR, während eine andere Studie an gesunden Probanden keinen Zusatzeffekt fand; die Evidenz ist also vielversprechend, aber noch nicht einheitlich. TECAR-Therapie nutzt Radiofrequenz zur Tiefenerwärmung des Gewebes; randomisierte Studien zeigen gemischte, teils leicht positive Effekte auf Funktion und Beweglichkeit, aber keine dramatischen Unterschiede gegenüber Placebo-Anwendung. Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) wiederum stützt sich bislang vor allem auf vielversprechende Tierversuchsdaten zur Sehnenheilung nach Rotatorenmanschetten-OP; kontrollierte Studien am Menschen stehen noch aus. Kurz gesagt: spannende Zusatzbausteine, aber kein Ersatz für strukturiertes, aktives Training.

Quellenverzeichnis (Primärliteratur)

Literatur (Kurzangaben)
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  7. Lambert BS, Hedt C, et al. (2023) – Rotator cuff training with blood flow restriction in collegiate pitchers: a randomized trial. J Shoulder Elbow Surg, 32(6): e279–e292. DOI: 10.1016/j.jse.2023.02.116
  8. Avendaño-Coy J, Aceituno-Gómez J, et al. (2023) – Impact of TECAR therapy on pain and function in subacromial shoulder pain: a RCT. Präsentiert auf ESSE 2023. Daten via ResearchGate.
  9. Paolucci T, Pezzi L, et al. (2019) – Effects of capacitive-resistive diathermy in painful shoulder impingement syndrome: a study. J Int Med Res, 47(9): 4398–4405. DOI: 10.1177/0300060519864155
  10. Shim GY, Kim EH, Baek YJ, et al. (2023) – Augmented Reality-based rehabilitation vs. conventional home exercise after rotator cuff repair: A RCT. NPJ Digital Med, 6(1): 95. DOI: 10.1038/s41746-023-00842-7

(Alle DOI-Links zuletzt abgerufen 2025; Auswahl mit Fokus 2020–2025.)

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